Lernen lernen

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom

„Lernen ist wie rudern gegen den Strom, wenn man aufhört zu rudern, geht es rückwärts!“. Das und viele andere brauchbare Hinweise bekamen die ZuhörerInnen  in dem Vortrag „Das Lernen lernen“. Am Beispiel von Ochsenfrosch-, Hühner- oder Katzenverben wurden Eselsbrücken für das einfachere Erlernen englischer Vokabeln erklärt. Wie auch bei einer hohen Wiese erst durch regelmäßiges Begehen aus einem Trampelpfad ein Weg wird, so sind es beim Lernen Wiederholungsrituale, mit denen wir Wissen in die „Lagerhalle“ Langzeitgedächtnis bringen können. „Werden Lerninhalte nicht wiederholt, kann man sich den Aufwand des Lernens gleich sparen!“ Es ging um strukturierte Lernportionen, verschiedene Lerntypen, Hausaufgaben ohne Stress sowie die emotionale und kommunikative Seite von Lernen. 

Interessant dargeboten wurde das alles von Steffen Steitz, Lerncoach und Kommunikationstrainer für die LBV-Lernen lernen e.V. und es war kein Geringerer  als unser Elternbeirat, der die Idee dazu hatte, diesen Experten nach Dillingen einzuladen.

Als Lerncoach hört Steitz von Eltern, dass das gemeinsame Lernen zu Hause zu Spannungen in der Familie oder Frustration bei den Kindern führt. Fundiert und unterhaltsam erklärte der Referent auf anschauliche und  verständliche Weise die Grundprinzipien des Lernens und zeigte auf, welche Faktoren Kinder beim Lernen beeinflussen. ​Anhand zahlreicher Praxisbeispiele beschrieb er die unterschiedlichen Lerntypen von Kindern, denn „wenn Eltern den Lerntyp ihres Kindes besser verstehen, können sie ihr Kind gezielt beim Lernen unterstützen und den ewigen Ärger beim Erledigen der Hausaufgaben vermeiden“. Beim Mittagessen mal nicht über die letzte Matheklausur sprechen, belohnen schon während der Lernphase und nicht erst am Zeugnistag oder je nach Lerntyp den Schüler bei den Hausaufgaben auch mal Musik hören zu lassen: Das waren konkrete Lerntipps, mit denen Eltern ihre Kinder beim Lernen individuell unterstützen und motivieren können. 

Die Eltern bekamen eine genaue Vorstellung davon, wie sie das gemeinsame und selbstständige Lernen ihrer Kinder nachhaltig und entspannt gestalten können. „Wenn Kinder richtig unterstützt werden und mit Spaß lernen, haben sie bessere Chancen in der Schule“, führte Steitz aus und wies darauf hin, dass der alt-bewährte Karteikasten für den einen Lerntyp durchaus geeignet sein kann, während für den anderen Lerntyp eher digitale Lernhilfen hilfreich sein können. Die enormen Vorteile geeigneter Lernsoftware wurden ebenso thematisiert wie die Gefahren von ungeeigneten Lernprogrammen. Diese Tricks und Tipps nahmen viele begeisterte Eltern mit nach Hause, mit dem Vorsatz, sie so schnell wie möglich anzuwenden und auszuprobieren. 

Lernen

Im Bild v. l.: Elternbeiratsvorsitzende Martina Gruber, Lerncoach Steffen Steitz, Petra Bicok und Natalie Riediger vom Elternbeirat