Schullandheim 6c und 6d in Aalen

Schullandheimaufenthalt der Klassen 6c und 6d in Aalen vom 28.10 – 30.10

1. Tag

Schon lange freuten wir uns auf den angekündigten Schullandheimaufenthalt in Aalen. 

Die Fahrt stand im Zeichen der Erkundung der Römer, und so steuerten wir noch vor der Ankunft in der Jugendherberge den Limes-Park in Rainau bei Aalen an. 

Der Limes war die Grenze des römischen Reiches zu Germanien. Mit dem Bau des Limes schützten die Römer ihre Außengrenzen. Trotzdem konnte man die Grenze an vielen Stellen überqueren. So betrieben die Römer auch Handel mit den Germanen. Der Grenzbefestigung erstreckte sich auf einer Länge von 550 km vom Rhein („Rhenus“) nördlich von Koblenz bis zur Donau („Danuvius“) bei Regensburg.

An dieser Schnittstelle zwischen dem römischem Reich und Germanien liegt auch der Limes-Park bei Rainau, den man auf einem Rundwanderweg von 11 km ganz erlaufen könnte. Wir wurden aber glücklicherweise zu drei Sehenswürdigkeiten mit dem Bus gefahren: zum Limesturm mit der Teufelsmauer, zum Römerbad mit Zivilsiedlung am Bucher Stausee mit der aufgestauten Jagst und schließlich zum Limestor bei Dalkingen.

Nun wurde es aber Zeit, endlich ins Schullandheim zu kommen! Gegen Mittag konnten wir unsere Zimmer beziehen und wir bekamen gleich etwas zum Mittagessen. Unsere Lehrer freuten sich dabei, dass uns die schwäbischen Maultaschen so gut schmeckten. Nach dem Essen hatten wir noch etwa eine Stunde Freizeit, in der wir Fußball oder Tischtennis spielten. Wir konnten auch einfach tun, wozu wir Lust hatten. 

Noch gestärkt von den guten Maultaschen spazierten wir anschließend etwa 2 km  ins Zentrum von Aalen. Am Marktbrunnen wurden wir dann in 5er-Gruppen zu einer GPS-Tour losgeschickt. Wir mussten einige Sehenswürdigkeiten in der Aalener Innenstadt mit GPS anlaufen und dann vor Ort Fragen auf unserem Lösungsblatt bearbeiten. Zwei Gruppen bekamen sogar das Lösungswort heraus: „GPS-Schnitzeljagd“!

Bevor wir wieder zurück in die Jugendherberge gingen, durften wir uns in einem Supermarkt noch mit den notwendigen Dingen eindecken. Unsere Lehrer passten leider sehr darauf auf, dass wir keine Energy-Drinks und keine Coca-Cola kauften. Allerdings besorgten viele Schüler erstaunlich viele Süßigkeiten. 

Nach dem Abendessen und Freizeit mit Tischtennis und Kicker sammelten wir uns im Gemeinschaftsraum noch zu gemeinsamen Klassenspielen. Bei diesen Spielen war die Aufregung teilweise recht groß. Und so war es dann auch recht angenehm, bei einsetzendem Nebel gegen 21.00 Uhr noch zu einer gemeinsamen Nachtwanderung aufzubrechen. Hier mussten wir auch einige Zeit ganz ruhig sein und die Dunkelheit auf uns wirken lassen. Erst dann durften wir unsere mitgebrachten Taschenlampen wieder einschalten.

Nach der Rückkehr war nach einer letzten kurzen Kickerrunde dann endgültig Bettruhe angesagt! Die meisten hielten sich auch daran.

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2. Tag

Nach dem Frühstück wurden wir zeitversetzt in Gruppen zu einer traditionellen Schnitzeljad ohne GPS in die Umgebung der Jugendherberge von Frau Winter losgeschickt. Die Jugendherberge liegt sehr schön auf einer Anhöhe über der Stadt, umgeben von Wäldern und dem Trainingsgelände und dem Stadion des VFR Aalen (übrigens bis in die Saison 2014/2015 in der Zweiten Bundesliga). Bei dieser Schnitzeljad ging es aber nicht nur darum, das richtige Lösungswort durch das Anlaufen und Bearbeiten der verschiedenen Stationen herauszubekommen, sondern es wurde auch die Zeit gemessen, wie lange die einzelnen Gruppen brauchten. Und schließlich beantworteten wir am Ende auch noch Scherzfragen. Die Gruppensieger mussten also schon auch bei den Scherzfragen schlagfertig sein.

Beispiel einer Scherzfrage:

Ein Mann mit einer Halbglatze hat 50 Haare auf dem Kopf. Wie viele Haare hat ein Mann mit einer Vollglatze? Tipp: 100 Haare sind falsch!!

Diese Schnitzeljagd gefiel übrigens vielen von uns noch besser als die GPS-Tour vom Vortag, da wir hier ohne Hilfsmittel klarkamen und somit irgendwie freier in der Suche waren.

Nach der Schnitzeljagd hatten wir vor dem Essen noch etwa eine Stunde Freizeit. Einige Jungs nutzten die Gelegenheit zusammen mit Herrn Lechner auf einen der Kunstrasenplätze des VFR Aalen zu gehen und ein bisschen zu kicken.

Zum Mittagessen gab es Wurstsalat. Der schmeckte nicht schlecht, kam aber an die Maultaschen vom Vortag natürlich nicht ran!

Am Nachmittag besuchten wir das Limesmuseum in Aalen. Dort wurde uns bei einer sehr interessanten Führung und in einem Film einiges über die Entstehung, Ausbreitung, aber auch den Niedergang des römischen Reiches erklärt. Auf einer großen Karte sahen wir in der Provinz Raetien auch Ortschaften in unserer näheren Umgebung wie Faimingen, Aislingen und Günzburg, an denen die Römer waren.

Aber wir durften uns im Museum auch als Wachturmbläser betätigen oder uns als römische Soldaten verkleiden.

Am Ende stellten wir noch einen Geldsack aus Leder her und zeichneten auf die Innenseite des Geldsacks die römische Rundmühle auf. 

Eine einfache Variante des bekannten Mühlespiels ist die Rundmühle. 

Jeder der beiden Spieler hat drei Steine einer Farbe. Es wird abwechselnd gesetzt, dann gezogen. Gewonnen hat der, dem es gelingt, eine Mühle zu schließen. 

Im Gegensatz zum großen Mühlespiel gibt es bei der Rundmühle nur eine mögliche Form der Mühle: die Mitte des Spielfeldes muss dabei besetzt sein. 

Probiert es doch einfach mal selbst aus!

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Nach dem Abendessen in der Jugendherberge sammelten wir uns im Gemeinschaftsraum zum bunten Gemeinschaftsabend. Dort durfte jeder alleine oder in der Gruppe etwas vorführen, was er oder sie besonders gut konnte. Was die Lehrer besonders freute, dass wir heute konzentrierter waren und auch besser aufeinander eingingen als am Vortag.

Kurz nach 22.00 ging es wieder ins Bett. Heute war es auch wesentlich früher ruhig als am Vortag. Eine kurze Vornacht für manchen von uns, die heutige Schnitzeljagd, Römer und Gemeinschaftsabende machen dann doch müde!

3. Tag

Nach Frühstück und Zimmerräumung ging es dann um 9.15 bereits wieder auf die Heimreise. Dabei besichtigten wir noch das Besucherbergwerk des „Tiefen Stollen“ in Wasserallfingen.

Von 1608 bis 1939 wurde in diesem Bergwerk Eisenerz abgebaut. Das unterirdische Labyrinth wuchs in dieser Zeit bis auf 6 Kilometer Länge. Heute stehen die Stollen, Schächte und Gänge als Schaubergwerk und für die Heilstollentherapie offen.

Noch vor der Einfahrt mit der Grubenbahn wurden wir mit Helmen, Grubenlampen und entsprechender Schutzkleidung ausgestattet. Im „Tiefen Stollen“ angekommen wurde uns die Geschichte des Bergbaus im Raum Aalen vorgestellt. Beim 800 m langen Rundweg  erfuhren wir auch vom harten Leben unter Tage und wofür das Eisenerz verwendet wurde. 

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Das Leben war wirklich hart. Die Arbeiter verdienten zwar nicht schlecht, starben aber wesentlich früher als die Menschen, die nicht im Bergbau beschäftigt waren.

Nach der Bergwerksbesichtigung  fuhren wir dann nach Dillingen zurück und verabschiedeten uns mit vielen neuen Eindrücken in die Herbstferien.